Firefox
Mozilla Firefox ist ein aus dem Mozilla-Projekt hervorgegangener
freier Webbrowser.
Intention und Geschichte
Im Jahr 2002 entschieden sich die Entwickler der Mozilla Application
Suite zu einer Kehrtwende ihrer Strategie. Dies lag unter anderem
an der Entscheidung von Apple, den eigenen Webbrowser Safari auf der
KHTML-Engine und nicht auf der Gecko-Engine (die von Mozilla entwickelt
wurde) aufzubauen.
Während die Mozilla-Entwickler zuvor darauf bedacht gewesen
waren, möglichst alle wichtigen Internetfunktionen wie Webbrowser,
E-Mail-Programm, Adressbuch und HTML-Editor in einem Programmpaket
(Mozilla Application Suite) zusammenzufassen, strebten sie nun die
Veröffentlichung einzelner, voneinander unabhängiger Komponenten
an. Diese sollten sich durch einen schnelleren Start und geringere
Speicher- und Rechenzeitauslastung auszeichnen. Gleichzeitig sollte
die Entwicklung der einzelnen Komponenten ausgebaut und vorangetrieben
werden.
Die Webbrowser-Funktion übernahm Mozilla Firefox. Die E-Mail-Funktion
wurde unter dem Namen Mozilla Thunderbird ausgelagert, der Kalender
wird unter dem Namen Mozilla Sunbird und der HTML-Editor unter dem
Namen Nvu weiterentwickelt. Die offizielle Mozilla Application Suite
1.7 wurde lediglich mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt. Allerdings
arbeitet seit Mitte 2005 ein Community-Projekt an der Weiterentwicklung
der Application Suite unter dem Namen SeaMonkey.
Das Fernziel ist, die Funktionen, die alle Komponenten benötigen,
zu vereinen, so dass die Installationspakete des Browsers, des E-Mail-Programms
und der anderer Anwendungen jeweils sehr klein sind und die verschiedenen
Komponenten sich die gemeinsamen Funktionen im Arbeitsspeicher teilen.
Dies wurde bisher noch nicht erreicht, da Firefox, Thunderbird, Sunbird
und Nvu derzeit im Gegensatz zum Mozilla-Programmpaket nicht fähig
sind, gleichzeitig auf ein gemeinsames Gecko-Modul zuzugreifen. Dadurch
beanspruchen die vier Einzelanwendungen momentan deutlich mehr Festplattenplatz
und Arbeitsspeicher als das Mozilla-Programmpaket. Die Umsetzung ist
erst für die auf XULRunner basierende Version 3.0 geplant.
Funktionen und Besonderheiten
Ebenso wie Mozilla verwendet Firefox die so genannte Gecko Rendering
Engine, ein programmübergreifendes Modul zur Darstellung von
HTML-Seiten und die XML-basierte Beschreibungssprache XUL zur Gestaltung
der grafischen Benutzeroberfläche.
Firefox bietet die Möglichkeit, ihn durch Motive (engl. themes)
optisch an den Geschmack des Anwenders anzupassen sowie ihn mit Erweiterungen
(engl. extensions) um zahlreiche Funktionen aufzuwerten (zum Beispiel
Mausgesten, GMail-Unterstützung, Werbeblocker, Phishing-Abwehr,
Bloggen, Webentwickler-Werkzeuge, Caret Browsing und vieles mehr).
Seit der Version 0.9 enthält Firefox ein neues Standardmotiv
(engl. theme) namens Winstripe, das Qute als
Standardmotiv ersetzt, um so allen Versionen von Firefox ein einheitliches,
allenfalls an die Gegebenheiten der jeweiligen Plattform angepasstes
Erscheinungsbild zu verleihen. Winstripe basiert auf dem
seit Version 0.8 unter Mac OS X eingesetztem Pinstripe-Motiv,
das von Kevin Gerich und Stephen Horlander im Hinblick auf Apples
Vorgaben zur Benutzerschnittstelle Apple Human Interface Guidelines
entwickelt wurde.
Firefox unterstützt auch Tabbed Browsing, worunter man die Darstellung
von mehreren, jeweils mit Registerreitern (engl. tabs) versehenen
Webseiten innerhalb eines einzelnen Anwendungsfensters, versteht.
Desweiteren wird RSS in Form von dynamischen Lesezeichen unterstützt.
Diese Lesezeichen aktualisieren sich beim Start des Browsers und lassen
sich bedienen wie Ordner. So sieht der Anwender immer auf einen Blick
aktuelle Einträge einer Nachrichtenseite oder eines Weblogs.
Firefox gibt es in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch.
Unterstützte Plattformen
Wegen der aktiven Entwicklergemeinde und seiner Beliebtheit bei den
Anwendern wird Firefox als Browser für besonders viele Plattformen
angeboten. Firefox steht für die Betriebssysteme Microsoft Windows
(ab Windows 98), Linux und Mac OS X zur Verfügung. Herstellerangaben
für minimale Systemvoraussetzungen der Versionen 1.0, 1.5 und
2.0 für Windows/Linux: Pentium 233 MHz, 64 MB RAM. Für Mac:
G3 mit V. 1.0: 64 MB, V. 1.5/2.0: 128 MB RAM.
Außer der oben genannten offiziell von Mozilla unterstützten
Versionen gibt es Portierungen für Solaris (sowohl für x86-
als auch Sun-SPARC-Prozessoren), OS/2 und AIX von IBM, FreeBSD, PC-BSD,
SkyOS, BeOS und ZETA sowie RISC OS. Eine Portierung auf weitere Plattformen
ist durch die Quelloffenheit möglich. Mittlerweile ist auch ein
Portable Firefox für Windows erhältlich.
Zusätzlich zu den von der Mozilla Foundation herausgegebenen
Firefox-Versionen gibt es für verschiedene Prozessortypen optimierte
Fassungen (z. B. AMD Athlon XP oder Intel Pentium 4), die von Anwendern
bereitgestellt werden. Die Beliebtheit dieser speziellen Fassungen
erklärt sich aus dem von vielen als schneller empfundenen Programmstart
und Seitenaufbau. Ein Nachteil der optimierten Fassungen ist der höhere
Aufwand beim Aktualisieren auf neuere Versionen, die zudem oft mit
erheblicher Verzögerung veröffentlicht werden. Im Gegensatz
zu den offiziellen Versionen sind die optimierten nicht als installierbare
Pakete, sondern nur als ZIP-Dateien verfügbar.
Versionen und Versionsgeschichte
Aufbau der Versionsnummern
Die Mozilla Foundation definiert Versionsnummern von Mozilla-Produkten
sowie Erweiterungen nach dem folgenden Schema, wobei die erste Ziffer
die Hauptversionsnummer angibt, die zweite die Nebenversionsnummer
und die dritte die Nummer der Fehlerkorrektur.
Hauptversionsnummer.Nebenversionsnummer.Korrekturnummer
Erforderlich sind lediglich die ersten beiden Ziffern, die dritte
wird aber noch für kleinere Sicherheitsaktualisierungen verwendet.
Die Version 2.0 von Firefox ist am 24. Oktober 2006 gleichzeitig
in mehreren Sprachen erschienen. Nach Version 1.0 und Version 1.5
ist dies bereits die dritte Hauptversion des Firefox-Browsers.
Namensänderungen
Ursprünglich wurde Mozilla Firefox unter dem Namen Phoenix entwickelt,
allerdings musste dieser Name aufgrund einer Klage des amerikanischen
BIOS-Herstellers Phoenix Technologies geändert werden. Zunächst
wurde er in Mozilla Firebird und am 9. Februar 2004 mit dem Erscheinen
der Version 0.8 in Mozilla Firefox umbenannt. Die letzte Umbenennung
erfolgte aufgrund der Namensgleichheit mit einem anderen Open-Source-Projekt,
der Datenbank Firebird.
Firefox ist die englische Übersetzung der chinesischen Bezeichnung
hu(o hú ?? (Feuerfuchs). Damit bezeichnet man im
Allgemeinen den Rotfuchs, aber auch den (rotbraunen) Kleinen Panda.
Zunächst wurde der Name gewählt, ohne sich auf eine der
beiden Tierarten festzulegen. Der Kleine Panda hatte jedoch in den
Augen von Designer Jon Hicks keinen besonderen optischen Reiz, daher
ließ er sich beim Design des Logos von einer japanischen, mit
Firefox untertitelten Rotfuchszeichnung inspirieren.
Nach einem Streit mit Debian, einer Linux-Distribution, über
die Nutzungsbedingungen für die Marken von Mozilla bekommt Firefox
dort in zukünftigen Version den Namen Iceweasel. Andere Mozillaprodukte
erhielten ebenfalls neue Namen, die alle mit Ice beginnen.
Herkunft der Codenamen
Royal Oak, One Tree Hill und Greenlane sind Vororte von Auckland,
Neuseeland. Diese Codenamen wurden von Ben Goodger, der in Neuseeland
aufwuchs, benannt. Die anderen ursprünglich in der Roadmap angegebenen
Codenamen bis zur Version 1.0 stammen aus einer Straßenkarte
von einer Reise nach Phoenix in Arizona.
Deer Park ist ein kleiner Ort in Suffolk County (New York). Ben Goodger
wurde durch einen Wegweiser an der Long Island Rail Road auf diesen
Namen aufmerksam. Bon Echo ist ein Naturpark in Ontario, Kanada. Der
Name soll auf das gute Echo anspielen, das Firefox in
der Version 1 bisher erfahren hat.
Die nächsten zu erwartenden Veröffentlichungen / Daten
Firefox 2 1.8.1 2.0.0.2 1. Februar 2007 vollständige Windows
Vista-Unterstützung, sowie Sicherheits- und Stabilitätsaktualisierung
beim Versionszweig 2.0
Firefox 3 1.9 3.0 Gran Paradiso November 2007 Die
nächste große Sache
Firefox 4 2.0 4.0 noch nicht bekannt
Kritik
Die deutsche Version von Firefox 1.0 stand in der Kritik , da das
eBay-Such-Plugin Anfragen über eine Drittseite weiterleitete.
Dies geschah ohne Wissen der Benutzer. Da diese Drittseite jedoch
von eBay Deutschland vorgegeben wurde, wird eher ein unglückliches
Missverständnis zwischen eBay und Mozilla Europe als eine böse
Absicht angenommen. Am 22. November 2004 räumte die Mozilla-Stiftung
den Fehler ein und stellte eine aktualisierte Version zur Verfügung.
Firefox wirbt damit, im Vergleich zum viel gescholtenen Marktführer
Internet Explorer sicherer zu sein. Dennoch wurden im Laufe der Zeit
zum Teil schwer wiegende Sicherheitslücken im Firefox-Browser
entdeckt. Das Fachmedium heise online kommentierte dazu: Die Annahme,
dass Firefox viel sicherer als der Internet Explorer sei, bewahrheitete
sich nicht. (
) Der Antivirensoftware-Hersteller Symantec zählte
im ersten Halbjahr 2005 25 Sicherheitslücken, für das gesamte
Jahr 59 Lücken, 15 davon nach Einschätzung der Mozilla Foundation
kritisch . Im Gegensatz zum Internet Explorer würden diese allerdings
schnell und effektiv durch Sicherheitsaktualisierungen beseitigt,
so die Statistiken des dänischen Sicherheits-Dienstleisters Secunia
. Mit dem Feature der automatischen Aktualisierung ab Version 1.5
wird eine schnelle Verbreitung von Sicherheitskorrekturen gewährleistet.
Oft wird Firefox kritisiert, weil er außerordentlich viel Systemressourcen
und Rechenleistung beansprucht er kann in Extremfällen
bis zu zehnmal mehr RAM als vergleichbare Browser wie Opera oder Internet
Explorer belegen. Laut den Entwicklern ist dieses Verhalten zum Teil
aber gewollt, da Firefox zur schnelleren Browsernavigation mehr geöffnete
Seiten zwischenspeichert, je mehr Speicher dem System zur Verfügung
steht . Ein Grund für den unwirtschaftlichen Umgang mit Speicher
ist die von Mozilla eigens entwickelte XUL-Oberfläche (eine auf
XML basierende Beschreibungssprache für grafische Benutzeroberflächen),
die anstelle einer kompakteren, schnelleren und konsistenteren betriebssystemspezifischen
Oberfläche benutzt wird. Aus diesem Grund wurde für Mac
OS ein eigener Abkömmling, Mozilla Camino, geschaffen, welcher
die native Oberfläche von Mac OS benutzt, eine ähnliche
Alternative für Windows wurde nie geplant. Als Alternative für
Windows-Benutzer bietet sich das auf der Gecko-Engine basierende K-Meleon
an. Ein anderer Lösungsansatz besteht darin, Firefox so zu konfigurieren,
dass das Programm weniger RAM benötigt bzw. dass man versucht,
die Surfgeschwindigkeit zu optimieren .
Verbreitung
Die Verbreitung des Mozilla Firefox beträgt in Deutschland laut
einer am 9. Juli 2006 veröffentlichten Untersuchung von OneStat.com
rund 39 % und liegt damit 16 Prozentpunkte hinter dem Marktführer
Microsoft Internet Explorer. Damit weist Deutschland eine der größten
Verbreitungen des Firefox auf, die im weltweitem Mittel bei rund 13
% liegt.
Laut einer Untersuchung des französischen Unternehmens XiTi
Monitor verwendeten zwischen dem 20. und 26. November 2006 schätzungsweise
33 % (+2,1 % im Vergleich zur vorhergehenden Studie vom 28. August
bis 3. September 2006) der deutschen, 25,1 % der österreichischen
(+1,6 %), 19,7 % der schweizerischen (+1,7 %) und 23,2 der europäischen
Surfer (+1,3 %) Mozilla Firefox auf den von XiTi überwachten
kommerziellen Webangeboten. Laut XiTi Monitor sind Slowenien mit 40,5
% und Finnland mit 39,3 % der Surfer die Länder mit dem größten
Anteil an Firefox-Nutzern in Europa.
Beim Counter-Anbieter Webhits kommt der Firefox in Deutschland auf
18,1 % (Oktober 2006).
Bei WebSideStory kommt der Firefox in Deutschland auf 26,8 % (Juli
2006).
Bei Heise online, einer Website, die mehrheitlich von IT-Interessierten
aufgesucht wird, kommt Firefox auf eine Verbreitung von 54,8 % (Januar
2007).
Das Firefox-Projekt rief anlässlich der Herausgabe der Vorschauversion
von Firefox 1.0 im September 2004 zum Massen-Download auf. Es war
geplant, die magische Grenze von einer Million Downloads in zehn Tagen
zu brechen. Nach nur vier Tagen war die Marke von einer Million erreicht.
Mit der Veröffentlichung der endgültigen Version 1.0 wurde
diese Marke bereits am ersten Tag durchbrochen. Am 15. Februar 2005,
99 Tage nach der Veröffentlichung von Firefox 1.0 wurde die 25-Millionen-Marke
durchbrochen und am 29. April 2005 die 50-Millionen-Marke. Ein knappes
halbes Jahr später, am 19. Oktober 2005 sind daraus 100 Millionen
Downloads geworden. Nach anfänglichem exponentiellem Wachstum
hat sich ein lineares Wachstum von etwa 25 Millionen Downloads pro
Halbjahr eingependelt. Die momentane Downloadzahl liegt bei 240,7
Mio. Downloads (Stand: 31. Oktober 2006). Die aktuelle Version 2.0
wurde laut eigenen Angaben bereits innerhalb von 24 Stunden nach der
Freigabe von über zwei Millionen Menschen heruntergeladen.
Zum Vergleich: Die Version 9 des Opera-Browsers wurde in zwei Monaten
10 Millionen Mal heruntergeladen, die Version 7 des Internet Explorers
drei Millionen Mal innerhalb von vier Tagen (vor der Freigabe als
automatisches Update).
Spendenfinanzierte Werbeaktionen
Zur offiziellen Freigabe der Version 1.0 schaltete die US-Initiative
Spread Firefox am 16. Dezember 2004 eine doppelseitige Anzeige in
der New York Times, die über Spenden finanziert wurde. Mehr als
10.000 Personen oder Familien spendeten in zehn Tagen jeweils zwischen
10 $ und 45 $, insgesamt 250.000 $, wofür sie namentlich in der
Anzeige genannt wurden.
Auch in Deutschland wurde durch die Aktion Firefox kommt
eine Werbeaktion in der Frankfurter Allgemeine Zeitung durch Spenden
finanziert. Ihr ging eine Abstimmung durch die Spender zwischen Frankfurter
Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und Die Welt voraus.
Die Anzeige erschien am 2. Dezember 2004 in der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung auf Seite 21.
Kurioses
Da der Browser Opera lange Zeit Werbung einblendete (Adware), entwickelte
Jesse Ruderman eine Firefox-Erweiterung namens adbar , die in ähnlicher
Weise kontextsensitive Google-Werbung im Browser darstellt.
Als Anfang 2003 klar wurde, dass der Browser Phoenix umbenannt werden
musste, nutzte man am 1. April gleich die Gelegenheit für einen
Aprilscherz und verkündete offiziell auf allen bis dahin bekannten
Mozilla-/Phoenix-Webseiten, dass der Browser in Phallus
umbenannt werden würde.
Als Scherz auf die mehrfachen Namensänderungen entstand die
Erweiterung Firesomething , die bei jedem Start von Firefox dem Programm
einen anderen Namen (jeweils zusammengesetzt aus einer Naturkraft
und einem Tiernamen) verpasst.
Artikel Mozilla Firefox. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 31. Januar 2007, 22:24 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mozilla_Firefox&oldid=27198052
(Abgerufen: 3. Februar 2007, 10:21 UTC)
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