Handy - Mobiltelefon
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Ein Mobiltelefon, auch Funktelefon, GSM-Telefon, Funker oder Handy
(pl. Handys; gelegentlich eingedeutscht auch Händi), (in der
Schweiz manchmal auch Natel genannt) ist ein tragbares Telefon, das
über Funk mit dem Telefonnetz kommuniziert und daher ortsunabhängig
eingesetzt werden kann.
Die größten Hersteller von Mobilfunkgeräten weltweit
sind Kyocera, LG, Motorola, Nokia, Panasonic, Samsung, Sagem, Sanyo,
Sharp, BenQ und Sony Ericsson. Alcatel wird aus dem Geschäftsbereich
Mobiltelefone aussteigen.
Die durchschnittliche Benutzungsdauer eines Mobiltelefons beträgt
in Deutschland, vertrags- und innovationszyklenbedingt 18 bis 24 Monate.
In Europa werden jährlich ca. 100 Millionen Altgeräte entsorgt
(das entspricht 20.000 Tonnen bzw. 500 LKW-Ladungen).
Seit dem 24. März 2006 können in Deutschland Mobiltelefone
wegen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes vom Verbraucher
kostenlos entsorgt werden.
Geschichte
Die Entwicklung des Mobilfunks begann 1926 mit einem Telefondienst
in Zügen der Deutschen Reichsbahn und Reichspost auf der Strecke
zwischen Hamburg und Berlin. Dieser Telefondienst wurde nur den Reisenden
der 1. Klasse angeboten, doch schon 1918, rund fünf Jahre nach
der Erfindung des Meißnerischen Röhrensenders, wurden von
der Deutschen Reichsbahn Versuche mit Funktelefonen im Raum Berlin
durchgeführt.
Die ersten Autotelefone, die deutschlandweit verwendbar waren, gab
es ab 1958. Die Geräte waren wegen der für die Funktechnik
verwendeten Vakuumröhren recht groß. Gespräche wurden
handvermittelt, die Gerätepreise lagen bei ca. 50 % des Wagenpreises.
Ab 1974 gab es in Österreich das B-Netz, das schon automatisch
vermittelt wurde. Sieben Jahre später gab es erst 1.000 Anwender.
Der Standort muss bekannt sein, um einen Teilnehmer anrufen zu können.
Ab 1975 wurde in der Schweiz das Nationale Autotelefonnetz (Natel)
eingeführt. Ab 1983 das Natel B, 1987 folgt das Natel C, 1994
die GSM-Technologie.
Ab 1985 gab es in Deutschland und Österreich das kleinzellige
analoge C-Netz. Es ermöglichte eine geringere Sendeleistung der
Telefone und damit eine Verkleinerung der Geräte. Die Portables,
kleine Kistchen mit Tragegriff und einem angeschlossenen Telefonhörer
sowie einer längeren Antenne, waren geboren.
1983 stellte Motorola das weltweit erste kommerzielle Mobiltelefon
Dynatac 8000x vor.
Durch die Einführung flächendeckender digitaler Mobilfunknetze
(D-Netz Ende achtziger/Anfang neunziger Jahre in Deutschland wie in
Österreich und der Schweiz) konnte die benötigte Batterieleistung
der Mobiltelefone und damit auch deren Gehäusegröße
erneut vermindert werden. 1992 wurde das erste GSM-fähige Mobilgerät
von Motorola, das International 3200, vorgestellt.
In Nordkorea wurde die Nutzung von Mobiltelefonen am 25. Mai 2004
verboten. Die Mobiltelefone wurden den Bürgern wieder abgenommen,
wie die Nachrichtenagentur Yonhap meldete. Rund 20.000 Nordkoreaner
hatten den Mobilfunkdienst seit dessen Einführung im November
2002 genutzt.
Die Entwicklung geht zunehmend in Richtung eines kombinierten Multifunktionsgerätes
mit Funktionen als Telefon, Uhr, Kamera, MP3-Player, Navigationsgerät,
Rechner und Spielkonsole. Für diese Geräte hat sich inzwischen
die Bezeichnung Smartphone oder auch PDA-Phone durchgesetzt.
Aufbau und Technik
Wie das drahtgebundene Telefon besteht das Mobiltelefon aus einem
Lautsprecher, einem Mikrofon, einem Bedienteil (Tastatur und Anzeige)
und einer Steuerung (meist ein Microcontroller). Zusätzlich hat
es einen Funkteil (Sendeempfänger und Antenne) und eine eigene
Stromversorgung (meist einen Akkumulator). Generell ist zum Betrieb
eine SIM-Karte notwendig, die zur Identifizierung gegenüber dem
Mobilfunknetz genutzt wird. Wie alle Geräte mit integriertem
Computer ist auch ein Mobilfunktelefon nicht frei von Softwarefehlern.
Bislang sind einige wenige Handyviren für auf Symbian basierende
Geräte bekannt, die Anzahl wird aber steigen. Vermeintliche Viren,
die in der Lage sind, Mobiltelefone lahmzulegen, basieren meist auf
Softwarefehlern. Gefahren bestehen vor allem in Form von Schadprogrammen,
welche sich in Dienstemitteilungen unter falschen Namen ausgeben oder
durch so genanntes Bluejacking, welches Fehler in der Bluetooth-Implementierung
ausnutzt. Es empfiehlt sich, Bluetooth nur bei Bedarf einzuschalten
oder sich zumindest für andere unsichtbar zu machen. Unerwartete
Bluetooth-Nachrichten sollten abgewiesen werden.
Beinahe alle neueren Mobiltelefone enthalten einen Interpreter für
die Programmiersprache Java in einer Minimalausgabe (Mobile Information
Device Profile, MIDP), die aber die wesentlichen Funktionen von Java
enthält. Eine wachsende Szene von Programmierern versorgt die
Benutzer mit Software. Mobiltelefone in Europa funktionieren heutzutage
nach dem GSM-Standard. Sie benutzen Frequenzen um 900 MHz (D-Netz)
beziehungsweise 1800 MHz (E-Netz). Triband-Handys können zusätzlich
noch auf 1900 MHz operieren, diese Frequenzen werden hauptsächlich
in den USA genutzt. Neuere Quadband-Handys (ebenfalls in den USA gebräuchlich),
operieren zusätzlich auf 850 MHz. Während die Basisstationen
für Mobiltelefone Sendeleistungen um 50 Watt haben, kommen Mobiltelefone
mit Sendeleistungen von max. 2 W (D-Netz) beziehungsweise 1 W (E-Netz)
aus. Für die Übertragung wird als Modulationsart GMSK (Gaussian
Minimum Shift Keying, eine weiterentwickelte, optimierte Version der
FSK) verwendet.
In der nächsten, dritten Generation der Mobilfunkgeräte
gibt es zwei konkurrierende Standards, Universal Mobile Telecommunications
System UMTS als eine Weiterentwicklung des GSM-Standards und CDMA2000
als Weiterentwicklung des besonders in den USA weit verbreiteten CDMA-Standards.
Beide arbeiten bei Frequenzen um 1800 bis 1900 MHz, benutzen viele
kleine Funkzellen und sind für höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit
und höhere Nutzerzahl optimiert. Wegen der kleineren Funkzellen
und bedingt durch weiterentwickelte Modulationsverfahren konnte die
Sendeleistung der Mobiltelefone gegenüber GSM auf 0,1250,25
W reduziert werden.
Bauarten
* (Candy)bar - klassische Bauweise, bspw. Sony Ericsson K750i
* Folder/Clam-Shell/ Klapphandy, bspw. Motorola RAZR
* Jack-Knife - horizontales Drehgelenk, bspw. Nokia 7370
* Slider - Display und Bedientasten werden vertikal über die
Wähltasten hochgeschoben, bspw. Nokia 5300
* Swivel - Klapphandy mit drehbarem Bildschirm, bspw. Samsung SGH-P400
(Mobiltelefone, deren Tastatur von Klappen oder Schiebemechanismen
geschützt sind, zählt man zu den Candybar-Telefonen wie
Nokia 7110 oder Ericsson T28s )
Solarbetriebene Mobiltelefone
Nach Einzug der solarbetriebenen Mobiltelefon-Ladestationen wurde
bereits im Jahr 2001 ein Solar-Mobiltelefon von der südkoreanischen
Firma CR Telecom vorgestellt. Die Ladezeiten entsprachen
in etwa den Gesprächzeiten, ein effektives Laden der Geräte
war aber nur bei einfallendem Sonnenschein möglich.
Im selben Jahr stellte das Fraunhofer-Institut für solare
Energiesysteme den Prototypen eines Siemens C25-Mobiltelefons
mit solarbetriebenem Akku vor. Diese neuartigen Module waren zwar
kostengünstig, aber auch sie lieferten zu wenig Energie für
akzeptable Gesprächzeiten.
Ausrüstung
Mitteilungen
Hauptartikel: Short Message Service, Enhanced Message Service, Multimedia
Messaging Service
Ein Mobiltelefon ermöglicht es meist, Textnachrichten, eventuell
auch kombiniert mit multimedialen Inhalten, zu versenden.
Das Short Message Service (SMS) ermöglicht kurze Textmitteilungen
von einer Länge bis 160 Zeichen. Die erste short message wurde
im Dezember 1992 von einem PC an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz
gesendet. Für die Kurzmitteilungen hat sich der Name SMS eingebürgert,
obwohl das Kürzel SMS eigentlich nur den Trägerdienst bezeichnet.
Ursprünglich als reines Abfallprodukt kostenlos
angeboten, entwickelte sich SMS zum Hauptertragsbringer für die
Netzbetreiber. Im Jahr 2003 wurden in Europa über 16 Milliarden
Kurzmitteilungen pro Monat versendet. Bei einer gründlichen Betrachtung
überrascht der Erfolg dieses Dienstes nicht, weil er in der Kombination
mit einem Handy sehr viel gebrauchstauglicher zu nutzen ist als seine
inzwischen fast schon vergessenen Vorgänger, die digitalen Funkmeldeempfänger
(u. a. Pager).
Für die Gehörlosen und hochgradig Schwerhörigen bietet
die SMS-Funktion eine Möglichkeit, ein Mobiltelefon
zu benutzen, wie auch beim Bildtelefon und Schreibtelefon.
Weiterentwicklungen des SMS existieren unter dem Namen Enhanced Message
Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS). MMS bietet die
Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten
(Videos, Bilder, Ton und Text) von bis zu mittlerweile 500 KB an andere
mobile Endgeräte zu versenden. MMS ist nicht kompatibel zu SMS
oder EMS, Endgeräte müssen MMS explizit unterstützen.
Kamera
1999 erschien für den japanischen Markt das weltweit erste Mobiltelefon
mit integrierter Digitalkamera, das Toshiba Camesse mit dem Betriebssystem
GEOS-SC. Das Camesse wurde in Japan schnell zum Kultgerät und
hatte mehrere Nachfolger. Im japanischen Internet existieren mehrere
Dienste, auf die private Camesse-Fotos geladen und veröffentlicht
werden können. Beim Camesse konnten die Fotos direkt im Handy
mit einer Grafiksoftware bearbeitet werden.
Seit 2002 werden immer mehr Mobiltelefone mit integrierter Kamera
ausgestattet. Bei diesen Fotohandys befinden sich die Bildaufnahmegeräte
meist auf der Rückseite des Mobiltelefons.
Die fotografische Qualität der ersten Kamerahandys ließ
anfangs noch sehr zu wünschen übrig. Seit Mitte 2004 können
jedoch einige Modelle schon mit einfachen Digitalkameras mithalten.
In Deutschland war das Sharp GX 30 das erste Fotohandy mit einer 1-Megapixel-Kamera.
Das Siemens S65 war erstmals mit einer 1,3-Megapixel-Kamera mit einer
Auflösung von 1280 × 960 Bildpunkten ausgestattet. Vor
allem bei hellerer Umgebung können ausreichend gute Bilder gemacht
werden. Bei Dunkelheit zeigen die Bilder allerdings ein starkes Farbrauschen,
da ein integrierter Blitz fehlt (nur als ansteckbares Zubehör
erhältlich).
Mit den integrierten Kameras können meist auch Videos aufgenommen
werden, je nach Auflösung begrenzt auf eine bestimmte Länge.
Die Qualität von Fotohandy-Videos ist, verglichen mit Camcorderfilmen,
in der Regel stark unterdurchschnittlich.
Die fotografierten Bilder werden im Mobiltelefon gespeichert und
können bei gegebener Unterstützung mittels Multimedia-Nachrichten
(MMS), E-Mail, Infrarot, Bluetooth oder USB-Kabel an ein anderes Mobiltelefon
oder einen PC versendet werden.
Auf der CeBIT 2005 wurde mit dem Samsung SCH-V770 das erste 7-Megapixel-Handy
vorgestellt. Es verfügt über Weitwinkel- und Televorsatzlinsen,
einen eingebauten optischen Dreifach-Zoom (7,8 mm bis 23,4 mm Brennweite).
Schärfeebene und Verschlusszeit (von 15 s bis 1/2.000 s) können
manuell eingestellt werden. Die sieben Millionen Pixel finden auf
einem 1/1.8-CCD Platz. Die Vorderseite sieht aus wie ein Handy,
während die Rückseite die meisten Digitalkamera-Funktionen
beherbergt.
In Asien sind Mobiltelefone mit integrierter Kamera schon lange verbreitet.
Im Jahr 2004 waren bereits 87 % aller verkauften Handys mit einer
Kamera ausgerüstet [1]. Handykameras machen es auch möglich,
auf Produkten aufgedruckte QR Codes zu lesen, die in Japan als mobile
Internetlinks z. B. für die Teilnahme an Gewinnspielen beliebt
sind.
Zunehmend verbieten jedoch größere Firmen ihren Mitarbeitern,
Mobiltelefone mit Kamerafunktion auf das Werksgelände zu bringen.
Diese stellen im Bereich der Werkspionage ein Sicherheitsrisiko dar.
Musik
Seit 1998 sind Mobiltelefone mit integriertem Radio und seit 2001
mit integriertem Musikplayer (eins der ersten: Siemens SL45) erhältlich.
Mit derartigen Mobiltelefonen können Musikdateien wie bei einem
MP3-Player in den Gerätespeicher geladen werden. Viele Mobiltelefone
bieten die Möglichkeit, ihre jeweilige Speicherkapazität
mittels einer Speicherkarte zu erweitern je nach Modell bis
zu mehreren GB.
Datenübertragung
Bei vielen Mobiltelefonen ist es möglich, Daten via Datenkabel,
Infrarot, Bluetooth oder mit einer Speicherkarte zwischen dem Mobiltelefon
und einem anderen elektronischen Gerät, beispielsweise einem
Computer oder einem anderen Mobiltelefon, zu übertragen. Dadurch
ist es möglich, Daten zu synchronisieren, im Internet (via WAP
oder Mobile HTML) zu surfen oder Bilder, Klingeltöne und Programme
auf das Mobiltelefon zu übertragen.
Push-to-talk
Der Dienst Push-to-talk (drücken um zu sprechen)
ermöglicht es, kurze Sprachnachrichten an einzelne Nutzer oder
Gruppen zu versenden.
Java
Inzwischen verfügen die meisten neu auf den Markt gebrachten
Mobiltelefone über Java-Unterstützung (auf CLDC- bzw. MIDP-Basis),
was eine der populärsten Anwendungen von Embedded Java ist. Das
Angebot an Programmen, sogenannten Midlets, reicht von einfachen Utensilien
wie Taschen- und Währungrechnern bis hin zu aufwändigen
Spielen (in der neuesten Generation auch mit 3D-Grafik). Es existieren
sowohl kommerzielle Produkte, als auch Shareware und Public Domain-Software.
Entsprechend gibt es auch verschiedene Übertragungswege, von
Spielen, die über eine kostenpflichtige SMS bestellt und dann
als Downloadlink in einer SMS gesendet werden, über das Herunterladen
freier Software aus dem Internet und dem Übertragen aufs Handy
per Kabel, Bluetooth oder Infrarot-Verbindung, bis hin zum Austausch
von Software zwischen zwei Handys über diese Übertragungswege.
GPS-Empfang
Neuerdings haben einige PDA-Phones wie das Motorola A780 eingebaute
GPS-Empfänger, deren Signal von Navigationsprogrammen genutzt
wird. Der Empfänger kann aber auch extern über Bluetooth
oder Kabel an ein Smartphone angeschlossen werden.
Branding
Viele Netzbetreiber bieten über ihre Independent Service Provider
auch Brands, also Tochterunternehmen genannt
nur solche Mobiltelefone an, die mit einer von ihnen speziell angepassten
Software ausgestattet sind (sog. Branding oder Customization).
Viele Änderungen werden speziell für den Netzbetreiber oder
für den Service-Anbieter des Kunden vorgenommen, bevor dieser
das Mobiltelefon erwirbt. Dadurch werden Funktionen des Telefons erweitert,
entfernt oder verändert. So werden Kunden z. B. durch zusätzliche
Menüeinträge im Browser (Favoriten), im Extremfall
sogar durch zusätzliche Tasten, automatisch zu den Portalseiten
der Service-Anbieter oder der Brands geführt, FAQ-Seiten
hinterlegt, SIM-Lock eingerichtet, Rufnummerneinträge für
Hotlines hinterlassen, der Netzbetreibername sowie der Hintergrund
im Display geändert, etc. Mittlerweile werden beim Branding oft
normale Komfortfunktionen, wie etwa ein auf dem Gerät gespeichertes
Bild per Knopfdruck an die Bildschirmgröße anpassen, entfernt.
Normal ist es hingegen, den Upload von Spielen und ähnlicher
Software per Bluetooth, Infrarot etc. zu verhindern, um den Nutzer
an die teuren Downloadportale der Provider zu binden.
Bezeichnungen
Entstehung der Bezeichnung Handy
Zur gängigen Bezeichnung für die neu eingeführten
GSM-Mobiltelefone bürgerte sich im Deutschen das Wort Handy
ein. Der Begriff wurde vermutlich aus dem Sprachgebrauch englischer
und deutscher Funkamateure der 1980er Jahre entlehnt oder stammt eventuell
sogar aus dem US-Militärjargon. Einer Theorie zufolge ist die
Bezeichnung Handy auf den Produktnamen Handie-Talkie der
Firma Motorola für ein militärisch genutztes Handsprechfunkgerät
aus den 1940er-Jahren zurückzuführen. [2] Das damalige Rucksacksprechfunkgerät
wurde übrigens Walkie-Talkie genannt, was sich später
als Gattungsbegriff für Handsprechfunkgeräte der CB-Funk-Klasse
etablierte. Allgemeine Bekanntheit erreichte der Begriff Handy vermutlich
erst durch die Plakatkampagne eines Geräteherstellers Mitte der
90er Jahre.
Einer anderen Auffassung nach entstand der Name bei dem Elektronikkonzern
Philips, als ein Name für den Nachfolger des tragbaren Mobiltelefons
Porty gesucht wurde.
Im Amateurfunk-Bereich hat sich das zusammengesetzte Wort Transceiver
für transmitter and receiver - also Sender und Empfänger
- durchgesetzt. Die tragbaren, in der Hand haltbaren Geräte
nannte man dann entsprechend hand-held transmitter and receiver
oder hand-held transceiver, woraus sich zumindest unter
Funkamateuren die Scherzbezeichnung Handy entwickelte,
gemeint waren ursprünglich Handfunkgeräte für die Amateurfunkbänder
2m (144-146 MHz), 70 cm (430-440 MHz) und 23 cm. Allmählich wurde
dann wohl der als Scherz gedachte Begriff Handy für
Mobiltelefone übernommen.
Eine als scherzhaft einzustufende Volkslegende schreibt den Ursprung
des Wortes dem schwäbischen Dialekt zu. Demnach sollen die Schwaben
gefragt haben: Hän' die koi Schnur? ("Haben
die kein Kabel?") Dies ist aber nichts anderes als einer von
vielen weit verbreiteten Schwabenwitzen.
Von einigen u. a. vom Verein Deutsche Sprache wird
die eingedeutschte Schreibweise Händi empfohlen. Sie hat sich
allerdings nicht durchsetzen können. Die Mehrzahl von Handy ist
laut Duden Handys.
Handy
Fotohandy
Da im englischsprachigen Raum das Wort Handy nicht als
Bezeichnung für ein Mobiltelefon verwendet, sondern als Adjektiv
handlich übersetzt wird, wird es in der deutschen
Sprache als Scheinanglizismus eingeordnet. Die traditionellen englischsprachigen
Begriffe für Mobiltelefon lauten im amerikanischen sowie südafrikanischen
Englisch cell(ular) phone, im britischen Englisch mobile phone oder
kürzer nur portable oder mobile. In Slang-Wörterbüchern
wird jedoch auch schon das Substantiv Handy in der deutschen
Bedeutung aufgeführt.
Bezeichnungen in anderen Sprachen/Ländern
Auch in anderen Sprachen haben sich teilweise sehr plastische Bezeichnungen
für das Mobiltelefon eingebürgert. Zumeist richtet sich
die Bezeichnung nach einer augenfälligen Eigenschaft des Gerätes.
Als sein wichtigstes Charakteristikum gilt die Portabilität:
Der lateinische Wortstamm mobile findet sich wie etwa in der
deutschen Bezeichnung Mobiltelefon auch im Englischen (mobile
phone, mobile) wieder, desgleichen in sehr vielen anderen Sprachen.
In den USA hört man oft den Begriff cellphone, cell
bedeutet Funkzelle oder Batterie. Daneben haben sich die Bezeichnungen
"Tragbares" (portable im Französischen, Keitai ?? im
Japanischen) oder Reisetelefon (matkapuhelin) im Finnischen
herausgebildet.
In manchen Ländern richtet sich die Bezeichnung der Mobiltelefone
nach deren Aufbewahrungsort: Hosentaschen-Telefon (cep
telefonu) im Türkischen, Taschentelefon (fòn
phoca bzw. fón póca) im Schottisch- bzw. im Irisch-Gälischen.
In wieder anderen Sprachen zielt die Bezeichnung darauf ab, dass
Mobiltelefone zum Telefonieren in der Hand gehalten werden: "Handtelefon"
(fòn làimhe) im Irisch-Gälischen, hand phone in
vielen asiatischen Ländern, sau kei bzw. sho(u ji- ?? (jeweils
Handmaschine) in Hong Kong bzw. China.
Oft nimmt die Bezeichnung auch den zellulären Charakter
des Mobiltelefonierens auf; eine häufige Bezeichnung ist daher
Netz- oder Zelltelefon so zum Beispiel
das Englische cell phone (vor allem amerikanisches Englisch), das
spanische celular, khelyawi im Libanon, komórka in Polen oder
Ponsel (telepon selular) in Indonesien. Im Italienischen ist neben
der Bezeichnung (telefono) cellulare die den amerikanischen
Sprachgebrauch widerspiegelt auch die Diminutivform telefonino,
also: Telefönchen gebräuchlich.
In anderen Ländern wiederum leitet sich die Bezeichnung vom
GSM-Standard ab: Bulgaren bezeichnen Mobiltelefone neben Mobifon (???????)
auch als dzhiesem (???????), Isländer als Gemsi (was auf Isländisch
außerdem so viel bedeutet wie junges Schaf). Im niederländischen
Sprachraum gibt es regionale Unterschiede bei der Bezeichnung. Während
der allgemeine Begriff mobiele telefoon lautet, welcher gerade in
den Niederlanden selber auch oft abkürzend als mobieltje gebraucht
wird, findet sich besonders in Flandern, aber auch im Großherzogtum
Luxemburg, weitverbreitet der Begriff GSM.
Darüber hinaus finden sich auch gänzlich andere Bezeichnungen:
Im Iran werden Mobiltelefone als Begleittelefon (telefon-hamráh
oder hamráh ???? ?????) bezeichnet, in Israel als "Wundertelefon"
(pelefon). Hierbei ist zu bemerken, dass pelefon auch ein Netzanbieter
ist.
Auf schwedisch heißt Mobiltelefon mobiltelefon oder kurz mobil.
Umgangssprachlich ist daneben nalle zu hören, was Teddybär
bedeutet. Dies kam ursprünglich vom Ausdruck Yuppie-nalle, da
sich bis in die späten 80er Jahre nur reiche Yuppies Mobiltelefone
leisten konnten; sie trugen sie dann stolz "wie einen Teddybär"
umher.
In der Schweiz hat sich der Ausdruck Natel (als Abkürzung für
Nationales Autotelefon) eingebürgert. Der Ausdruck wird jedoch
von der Telefongesellschaft Swisscom als geschützte Marke allein
für ihre Dienste beansprucht.
Auf Platt wird ein Mobiltelefon gelegentlich auch Ackerschnacker
(dt. "Feldsprecher") genannt.
In vielen arabischen Länder wie den Vereinigten Arabischen Emirate,
Saudi Arabien oder Palästina wird es Jawwal - ???? bezeichnet,
was "das, das durch die Gegend spaziert" bedeutet.
Heilpraktiker - heilpraktiker-links.de
Artikel Mobiltelefon. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
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