LAN Local Area Network
Ein Lokales Netzwerk (engl. local area network, daher auch im Deutschen
oft abgekürzt LAN) ist ein Rechnernetz, dessen Größe
jene von PANs übertrifft, das aber kleiner ist als MANs, WANs
und GANs.
Lokale Netzwerke sind als feste Installation dort zu finden, wo mehrere
Rechner über kleine Entfernungen an einem bestimmten Ort dauerhaft
vernetzt werden sollen. Für einzelne Veranstaltungen wie technikorientierte
Kongresse oder LAN-Partys werden sie auch temporär aufgebaut.
Technologien Allgemein
Kabel und Glasfaser
Ein Lokales Netzwerk kann mittels verschiedener Technologien aufgebaut
werden. Ethernet ist heute der am weitesten verbreitete Standard.
Mittlerweile erfolgt die Übertragung meist über Twisted-Pair-Kabel
(CAT5 oder höher) und weitaus seltener über Glasfaser. Aktuelles
Ethernet deckt Datenraten von 10 bis 1000 MBit/s ab (entspricht max.
125 MByte/s Datendurchsatz). Bei den heute am häufigsten verwendeten,
Kupfer basierten Twisted-Pair Verkabelungen (TX) beträgt die
Netzwerkausdehnung höchstens einige hundert Meter, mit Glasfasern
(FX, SX oder LX) kann die Ausdehnung auf einige Kilometer erweitert
werden. Fast-Ethernet 100BaseTX ist innerhalb der Ethernetfamilie
noch immer die am weitesten verbreitete Technik. Mittlerweile werden
allerdings bei den Computer-Neuanschaffungen fast ausschließlich
abwärtskompatible 1000BaseTX Ethernet Komponenten verkauft. Im
Bereich Switches und auch bei größeren Hausverteilungen
wird gerade im Backbone-Bereich ebenfalls verstärkt auf Gigabit
Ethernet gesetzt, hier kommt oft auch Glasfaser 1000BaseSX oder 1000BaseLX
zum Einsatz. 10 Gigabit Ethernet ist neu und bringt zahlreiche Änderungen
auch bei den Kabellängen und -typen. Welche Standards kommerziell
erfolgreich sein werden, muss wohl erst noch abgewartet werden. Arbeitsplätze
werden bei vielen Installationen oft noch immer mit Fast-Ethernet
(100BaseTX) angesteuert.
Funk
Drahtlose lokale Netze nennt man WLAN (Wireless LAN), sie werden
meist über einen Standard aus der Gruppe IEEE 802.11 realisiert,
die zum kabelgebundenen Ethernet weitgehend kompatibel sind. Da Funknetze
nicht an Gebäude- oder Werks-Grenzen halt machen, gibt es hier
eine Besonderheit, die Verschlüsslungstechnik. Anfänglich
wurde mit dem mittlerweile als unsicher eingestuften Standards nach
WEP (WEP-64 oder WEP-128) gearbeitet, die daher nicht mehr angewendet
werden sollten. Der neuere WPA Standard gilt zur Zeit noch als sicher,
wenngleich man auch hier von poor-man's-security spricht, denn WLAN-Accesspoints
und -Router werden unter enormem Kostendruck vermarktet. Als wesentlich
sicherer gilt die Kombination von beliebiger WLAN Technologie (WEP
oder WPA) mit professioneller VPN Technologie wie IPsec, einziger
Wermutstropfen sind hier die Kosten für die zusätzlichen
VPN-Gateway Systeme wie z. B. Cisco PIX, Checkpoint VPN oder auch
die frei verfügbare OpenVPN Lösung.
Strom-Versorgung und Telefonkabel
Im privaten Bereich werden kleine LANs aber auch über die vorhandene
Strominstallation per Homeplug oder in Ländern mit CAT3 Telefonkabeln
(USA) auch über bestehende Telefonleitungen per HomePNA realisiert.
Beide Techniken haben mit vergleichsweise hohen Abstrahlungsraten
zu kämpfen, Abhörsicherheit und gesundheitliche Risiken
werden mannigfaltig diskutiert.
Obsolete Technik
Zunehmend unbedeutendere LAN Technologien sind Token Ring, FDDI,
ARCNET aber auch Ethernet nach 10Base2, 10Base5 oder auch 100BaseFX,
so wie praktisch alle anderen, weniger weit verbreiteten Technologien.
Aktive LAN Komponenten
Tragende Elemente eines Lokalen Netzwerks waren früher Repeater,
Hubs und zum Teil auch Router und Bridges. Bei neueren Installationen
hingegen findet man praktisch nur noch Switches und Router. Da Router
innerhalb eines LANs mittlerweise nicht mehr häufig anzutreffen
sind im Unterschied zu Internet Gateway Routern, die heute
praktisch nirgendwo mehr fehlen dürfen stellt ein Lokales
Netzwerk oft genau eine gemeinsame Broadcast-Domäne dar, also
den Bereich eines Rechnernetzes in dem alle angeschlossenen Geräte
mit ihrer Hardware-Adresse (MAC-Adresse) auf Schicht 2 des ISO/OSI-Referenzmodells
(Sicherungsschicht) direkt miteinander kommunizieren können.
Ein Broadcast ist eine Nachricht an alle Domänen-Teilnehmer,
der diesen Bereich gewöhnlich auch nicht verlässt.
Verschiedene Segmente LANs und VLANs
Ein Lokales Netzwerk kann jedoch auch in mehrere LANs oder Virtual
LANs (VLAN) unterteilt werden, um die Netzkommunikation eines einzelnen
physikalischen Lokalen Netzwerks physisch oder logisch auf zwei oder
mehr VLANs aufzuteilen. Zur Verbindung mehrerer getrennter LANs oder
VLANs wird üblicherweise ein Router oder ein Switch mit entsprechender
Funktionalität benutzt.
Kollisionsdomänen werden durch Switches (auch Bridges) in kleinere
Domänen unterteilt. Dadurch können Kollisionen vermieden
und somit das Risiko des Verlangsamen oder gar das Ausfallen eines
Netzes durch Überlastung reduziert werden.
Ein Netzteilnehmer kann die Broadcast-Domäne mittels eines Routers
(OSI-Referenzmodell: Schicht 3, Vermittlungsschicht) verlassen, um
so Zugang zu anderen Netzen, wie zum Beispiel anderen Lokalen Netzwerken
oder dem Internet zu bekommen. Befindet sich im Netz ein Internetrouter,
so hat dieser meistens eine im Internet öffentliche IP-Adresse,
während den Hosts im Lokalen Netzwerk private IP-Adressen zugeteilt
sind. Damit die Hosts mit dem Internet kommunizieren können,
wird auf dem Router Masquerading, ein Spezialfall des NATs, betrieben.
Vor allem in größeren Netzen werden Router aber auch innerhalb
eines Lokalen Netzwerks eingesetzt, um nicht zu viele Teilnehmer innerhalb
einer Broadcast-Domäne zu haben.
Artikel Local Area Network. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 2. Februar 2007, 10:34 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Local_Area_Network&oldid=27257776
(Abgerufen: 3. Februar 2007, 14:32 UTC)
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